3. Juni 2008

Der 1.Webblog einer Grundschulklasse

Durch den Artikel von Inga Oltersdorf bin ich auf Martin Riemer aufmerksam geworden.

Martin Riemer ist ein Mensch, der sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewußt ist. Nach 4 Jahren Selbsterfahrung mit dem Bloggen, eröffnete er vor 1 Jahr, mit einer Grundschulklasse einen eigenen Weblog. Es ist deutschlandweit der erste Weblog einer Grundschulklasse. Seine Erfahrungen mit dem Projekt Webblog sind:
Kinder bringen ihre eigenen Inhalte mit ein. Im Deutschunterricht wurde z.B. ein Theaterstück besprochen. In der Webblogzeit ( sie ist leider kein Bestandteil des Unterrichts, sondern findet in der Freizeit der Schüler statt) hatten die Kinder die Aufgabe, ihre Meinung über das Theaterstück zu schreiben.
Sie lernen durch das Bloggen unterschiedliche Kompetenzen. Nachweislich hat sich das Lesen und Schreiben verbessert. Der Umgang mit einem Computer wurde spielerisch gelernt.

Martin Riemer ist ein leidenschaftlicher Mensch, der zeigen möchte, dass die Schule kein exotischer Ort ist. Er bringt die Welt in die Schule . Es ist ihm ein großes Anliegen die Kinder auf die Wissensgesellschaft vorzubereiten. Er möchte ihnen beibringen, wie man Wissen selbst navigiert und wie sie eigenständig lernen können.

Menschen wie ihn braucht unser Bildungssystem. Mehr davon !

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21. Mai 2008

Lehrerin hilft ehrenamtlich Strafgefangenen

Gestern in der Lokalzeit (WDR) haben ich einen Bericht über eine Lehrerin aus Köln gesehen, der mich tief beeindruckt hat. Stefanie Sonntag erzählte, dass vor ein paar Jahren, ein Schüler aus ihrer Klasse wegen eines kriminellen Deliktes verurteilt worden ist und ins Gefängnis mußte. Sie sprach über ihre Scham und das sie damals nicht in der Lage war, den Schüler im Gefängnis zu besuchen. Heute, Jahre später arbeitet sie ehrenamtlich in der JVA in Köln-Ossendorf. Sie gibt ehemaligen Schülerin, die heute einsitzen, Nachhilfeunterricht. Berührungsängste kenne sie nicht, sie sieht den Menschen und die Möglichkeit zu helfen. Durch die Dankbarkeit der jungen Frau verläßt Stefanie Sonntag das Gefängnis immer sehr zufrieden.
Die Geschichte von Frau Sonntag zeigt, es ist nie zu spät. Es gibt immer Möglichkeiten andere Menschen zu unterstützen.

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16. Mai 2008

Hilfe zur Selbsthilfe

Ulrike Wolters, Lehrerin an einer Grundschule in Berlin kam kaum noch zum Unterrichten.  Das Schlichten zwischen den Schülern war ihre Hauptaufgabe geworden. Sie hörte von dem Buddy-Projekt, ein bundesweites Aktionsprogramm für Gewalt und Sucht an Schulen. Ein Baustein des Buddy-Projektes sind regelmäßig, tagende Klassenräte. Ulrike Wolter entschied sich es auf einen Versuch ankommen zu lassen und half ihren Schülern einen Klassenrat zu gründen. Das erste Jahr war sie regelmäßig anwesend. Die Schüler lernten Probleme rechtzeitig zu besprechen und selbstständig Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Manches Mal wurden auch Strafen ausgesprochen. Dabei handelte es sich um, so herkömmliche Massnahmen, wie Schulordnung abschreiben oder Ausschluß von der nächsten Exkursion. Wenn es sinnvoller erschien einem Schüler Hilfe an seine Seite zu stellen, anstatt Sanktionen zu verhängen, beschlossen sie auch unterstützende Maßnahmen.
Die Viertklässler, der Regenweiher Schule sind stolz auf ihre Leistung und Frau Wolters hat wieder mehr Zeit zum Unterrichten. Die Kinder sind ihr durch die gemeinsame Aktion sehr ans Herzen gewachsen.

Ich war sehr beeindruckt, als ich diesen Artikel gelesen habe. Ich war entsetzt zu lesen, dass für die Art von Projekten keine Unterrichtsstunden vorgesehen sind. Das bedeutet, es kommt auf die Lehrer an, ob sie ihre Stunden zur Verfügung stellen.

Theoretisch kann man eben nicht erfassen was praktisch möglich ist. Wir Deutschen haben auch Jahrzehnte gebraucht zu begreifen, das Hilfe zur Selbsthilfe in 3.Weltländern die effektivste und würdevollste Weise zu helfen ist.

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10. Mai 2008

Mit nur 3 Klicks

Ein Eintrag von Inga Olterdorf hat mich motiviert, darüber nachzudenken, warum ich leicht und mühelos Berichte, Bilder, Links über junge Menschen im Netz finde. Oft sind es tatsächlich nicht mehr als 3 Klicks und ich werde fündig. Das erstaunt mich selbst immer wieder. Ich habe im Laufe der letzten 5 Jahre mir viel Wissen über das effektive Suchen im Netz angeeignet, dennoch glaube ich, dass es vor allen Dingen um die persönliche Haltung geht.
Meine bedingunslose Neugier und mein Interesse lassen mich schnell die richtigen Berichte, Bilder, Filme etc. anziehen. Die Kinder, die Jugend, die jungen Erwachsenen, sprich die Generationen, die meiner Generation folgen sind pure Inspiration für mich.

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4. April 2008

Es ist nie zu spät

Dieses Video hat mich sehr berührt. Kinder zeigen auf, wie sie die neueTechnologie nutzen, was sie wissen, wie sie lernen, was für sie selbstverständlich ist, was sie sich von den Erwachsenen wünschen ……und sie lassen Zahlen sprechen. Für viele Erwachsene sind schon die Begriffe, die die Kinder verwenden, böhmische Dörfer.
Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich diese neue technische Welt je begreifen werde. Ich habe mich auf den Weg gemacht, habe viele Fragen gestellt, habe ausprobiert und lerne täglich dazu. Mein Vater, er wird in diesem Jahr 72 Jahre, hat sich von mir anstecken lassen und lernt mit mir. Er hat heute, wie ich verstanden, dass man diese neue Welt nur mit Neugier, Offenheit und ausprobieren begreifen kann und das gemeinsames Lernen Spass macht und verbindet.
Man muss nicht alles können, aber es ist gut zu wissen, was es alles gibt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Wissen um eine Möglichkeit, der erste Schritt war. Desto kleiner meine Angst wurde, desto mehr habe ich von dem ausprobiert, was es so an Möglichkeiten gab.

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3. April 2008

Das Potential im Handicap

Was haben Gutenberg, Einstein und Hemingway gemeinsam? Sie erkennen nur den Sinn, der in einem Wort steckt, nicht ob es richtig oder falsch geschrieben ist. Man nennt es auch Legasthenie. Zum Glück haben die Drei und viele andere, die dieses Handicap haben, sich nicht abhalten lassen davon, Großes und Sinnvolles zu schöpfen. Vielleicht ist es gerade das Handicap, dass sie hat kreativer sein lassen, als andere.

Das bewahrheitet mal wieder, dass in jedem Handicap ein Schatz verborgen ist, man muss ihn nur finden.

Ich habe viele, viele Jahre nach meinem Schatz gesucht. Mein Handicap heißt Schwerhörigkeit. Heute kann ich sagen, ich habe auf kreative Weise gelernt, das Wesentliche zu hören, egal ob es ausgesprochen wird oder nicht. Das ist nicht vorstellbar, nur erlebbar. Deshalb hat es auch so viele Jahre gebraucht es rauszufinden. Nochmal soviele Jahre hat es gebraucht, dazu zu stehen und es öffentlich zu machen.

Wie heißt ihr Schatz?

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18. März 2008

Per Webcam ins Klassenzimmer

Tim Ney ist seit Monaten an Leukemie erkrankt. Am meisten leidet er darunter, dass er nicht mit seinen Klassenkameraden, ganz normal zur Schule gehen kann. Die moderne Technik hilft ihm seinen sehnlichsten Wunsch, wenigstens zum Teil, zu erfüllen. Er ist täglich, via skype mit seinen Kameraden in der Schule verbunden. Vor kurzem ist er sogar zum Klassensprecher gewählt worden.
Tims Klassenlehrerin - sie ist schon etwas älter- geht völlig selbstverständlich mit der Situation um und lernt mit den Kindern gemeinsam die neue Technik kennen. Wenn es heißt Partnerübung wechseln sich seine Klassenkameraden ab . Ein Mitschüler arbeitet in diesem Fall dann unmittelbar mit Tim am Computer.
Die Mitte in den Dingen können wir nur entdecken, wenn wir uns nicht nur das Leid anschauen, sondern auch die Möglichkeiten, die es eröffnet. Natürlich ist es sehr traurig, dass Tim an Leukemie erkrankt ist. Es ist hart wenn ein so junger Mensch schon so früh leiden muss. Von der Sorge und Not der Eltern mal ganz abgesehen. Für sie mag es schwierig sein, Chancen in der Situation zu sehen. Die Angst um das Leben des Kindes und der Schmerz, ihn so leiden zu sehen ist verständlicher Weise oft zu groß.

Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwierig es oft ist, den Sinn zu sehen, wenn das Leid so groß ist. Dennoch hat mir die Sichtweise oft viel Halt gegeben. In Fall von Tim habe ich keine persönliche Anbindung und es ist leichter beide Seiten zu sehen.

Ich sehe dasTims Krankheit, ihm und seinen Mitschüler die Erfahrung schenkt

  • Mitmenschlichkeit ist die beste Medizin
  • praktischen und spielerischen Umgang mit den neuen Kommunikationstools
  • Lernen macht Spass und hört nicht auf - die Lehrerin lebt es ihnen vor
  • Erwachsene und Kinder lernen gemeinsam

Was sehen sie?

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17. März 2008

Jeden Tag etwas Neues ausprobieren wirkt Wunder.

Gestern habe ich 2 neue Funktionen in meiner Kamera verstanden. Völlig überwältigt von den neuen Möglichkeiten habe ich meinen Impulsen freien Lauf gelassen. Heute hatte ich Lust das Bild zu bearbeiten und mit dem Text zu spielen. Wie oft habe ich schon anderen auf die Finger geschaut, wenn sie ein Bild bearbeitet haben - heute war es soweit. Ich habe es selbst ausprobiert - und siehe da, gar nicht so schlecht für den Anfang. Das schönste an der Erfahrung war natürlich die Leichtigkeit und der Spass.

Ich schließe langsam ein richtig innige Freundschaft mit der Technik. Wer hätte das gedacht.

mut-entsteht-beim-gehen.jpg

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12. Januar 2008

probieren geht über studieren

Gerade bin ich dabei eine musikalische Diashow für mein Patinkind zum Geburtstag zu erstellen. Meine Liebe zu ihr läßt mich Dinge tun, die ich mir  vor 2 Tagen nicht hätte vorstellen konnte. Meine Liebe ist größer als meine Angst vor Technik bzw. der Gedanke, dass ich das sowieso nicht kann. Die Diashow ist fertig. Gerade bin ich dabei sie mit passender Musik zu unterlegen. Auf der Suche nach passenden Musikstücken, bin ich auf die Seite von Detlef Cordes gestoßen. Kinderlieder, Osterlieder, Schlaflieder, Lernlieder, Spiellieder…… und vieles mehr kann man als Mp3 umsonst für den privaten Gebrauch herunterladen. Detlef Cordes ist es ein großes Anliegen, das Liedgut  und das Singen zu unterstützen. Nachdem ich “ich gehe mit meiner Laterne” und “hoppe, hoppe Reiter” heruntergeladen habe, finde ich ein Lernlied über das Fehlermachen. Wie passend. Ich habe einige Fehler gemacht, bevor die Diashow fertig war und ich habe daraus gelernt.

Wie schön, dass es ein Kinderlied über das Fehlermachen gibt. Das läßt mich hoffen, dass die nächste Generation selbstverständlicher mit Fehler umgehen kann.

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6. Januar 2008

Von, mit und in der Welt der Tiere lernen

Luc Jacquet, ein Dokumentarfilmer, der mit dem Film “Die Reise der Pinguine” schon gezeigt hat, wie einzigartig er uns Menschen, in die Welt der Tiere mitnehmen kann. Dieser Film zeigt für mich auf eine sehr einfache Weise, was Gleichberechtigung in Beziehung wirklich heißt. Ich habe diesen Film vor einem Jahr auf DVD gesehen. Seit dem kommt er mir immer wieder in den Sinn. Er ist für mich ein Lehrstück in Sachen bedingungsloses Geben. Zeit spielt keine Rolle, wer gibt bekommt . Wann und von wem bestimmt das Leben. Meine Offenheit und die Bedingungslosigkeit sind der Schlüssel.

Nachdem ich zwischen Weihnachten und Neujahr seinen Film “Der Fuchs und das Mädchen” gesehen haben, bestaune ich einmal mehr, seine Gabe sich ganz hinzugeben. Wie tief er in den Augenblick eintauchen kann, zeigen diese atemberaubenden Bilder. Es wirkt so einfach und leicht und gerade darin zeigt sich mir, wie sehr er sich eingelassen hat. Glücklicherweise habe diesen Film im Kino sehen dürfen. Es war ein Hochgenuss ganz mit dem Fuchs und dem Mädchen zu verschmelzen. Für mich ist es ein Film über Freundschaft. Gerade mit dem Thema Freundschaft habe ich mich mein ganzes Leben lang beschäftigt. Das vorbehaltlose Interesse am Anderen, sich dem Unvorstellbaren anvertrauen und sich selbst im Grunde treu bleiben,macht der Film auf beeindruckende Weise fühlbar.
Haben sie die Filme gesehen? Wenn ja, was haben sie erlebt?

Wenn sie sie noch nicht gesehen hast, lade ich sie ein, sich auf den jeweiligen Internetseitenden Trailer anzuschauen. Vielleicht bekommen sie Lust mit Luc Jacquet in die Welt der Tiere zu reisen - im Kino.

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